Was ist Amateurfunk?
Die Technik hat in allen Bereichen unseres Lebens in solch einem Maße Eingang gefunden, daß wir ohne sie nur schlecht zurechtkämen. Dieser Entwicklung verdanken wir u. a. die in den letzten Jahren populär gewordenen Freizeitbeschäftigung des Amateurfunks. Die Möglichkeit, drahtlos mit anderen Menschen zu sprechen, gibt es schon lange.
Gesetzlich anerkannt
Der Amateurfunk ist international geregelt und in der VO-Funk (Vollzugsordnung-Funk) und im Gesetz über den Amateurfunk eindeutig definiert. Er ist ein Funkdienst, der anerkannt neben anderen Funkdiensten steht. Ebenso wie beispielsweise der Seefunk- oder der Flugfunkdienst unterliegt er besonderen Bedingungen und erfährt gleichermaßen den Schutz des ihm zugeteilten Frequenzraumes.
Internationaler Funkdienst
Der Amateurfunk ist ein wirklich völkerverbindender Funkdienst, er kennt keine Ländergrenzen und überwindet alle Hemmnisse, die sich aus Unterschieden der Rasse, des Standes und der politischen Weltanschauung ergeben könnten - eben weil diese Dinge keine Dikussionsthemen für Funkamateure sind.
Mehr als Millionen Funkamateure der ganzen Welt haben sich zur Verteidigung ihrer Interessen zusammengeschlossen. Um Jahre 1925 gründeten Vertreter aus 9 Ländern die Internationale Amateur Radio Union (IARU), die nach ihren heutigen Statuten Dachverband von 140 nationalen Vereinigungen der Funkamateure ist. Die IARU wiederum hat Beobachterstatus mit beratender Funktion bei der ITU, einer Unterorganisation der UNO, die in regelmäßigen Sitzengen die Frequenzbereiche der einzelnen Funkdienste weltweit festlegt. Der IARU gehört auch der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) als Interessenverband der Funkamateure in der Bundesrepublik Deutschland an.
Kommunikation über alle Grenzen hinweg
Dem Amateurfunkdienst sind international diverse Frequenzbereiche zugewiesen, innerhalb derer die Sende- und Empfangsfrequenzen frei gewählt werden dürfen. Es sind dies auf Kurzwelle neun Bänder zwischen 1,8 und 30 MHz. Darüber hinaus dürfen lizenzierte Funkamateure auch noch auf dem 2-m-Band, dem 70-cm-Band und auf wesentlich "höheren" UHF- und SHF-Bändern ihre "Versuchssendungen" mit zum Teil selbstgebauten Sende- und Empfängergeräten durchführen. Die Sendeleistung der verwendeten Geräte ist durch nationale Bestimmungen festgelegt, sie darf je nach der Lizenzklasse bis zu 750 Watt betragen. Durch die Möglichkeit außer der Telefonie (Sprechfunk) auch Verbindungen in Telegrafie (Morsen) und Funkfernschreiben zu tätigen, sind weltweite Kontakte die Regel. Außerdem dürfen lizenzierte Funkamateure auch Fernsehversuchssendungen (ATV und SSTV) ausstrahlen.
Weltweiter Austausch von QSL-Karten
Viele Funkamateure legen den Schwerpunkt ihrer Bemühungen auf die Kontaktaufnahme mit möglichst weit entfernten Stationen und sammeln mit Begeisterung QSL-Karten, also Funkkontaktbestätigungen von Funkamateuren aus aller Herren Länder. Karten vom Polarkreis etwa oder aus Tahiti sind Erfolge, auf die sie stolz verweisen.
Humanitäre Hilfeleistung über Funk
Der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) hat mit fast allen Bundesländern in der Bundesrepublik Deutschland Vereinbarungen über die Mitwirkung lizenzierter Funkamateur bei Katastrophen getroffen. Die Erfahrungen der Vergangenheit haben immer wieder gezeigt, wie wichtig es ist, schnell zu helfen.
Immer wieder hört man von humanitären Hilfeleistungen durch Funkamateure. So auch bei Erdbeben und bei Schneekatastrophen. Stets waren es Funkamateure, die mit ihren jederzeit betriebsbereiten Geräten die ersten Funkverbindungen herstellten und das z. T. zerstörte öffentliche Fernsprechnetz ersetzten.
Amateurfunk ermöglicht den Selbstbau von Funkanlagen
Das Hauptziel der Funkamateure ist das Erlangen besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten, nicht zuletzt auch bei der Entwicklung, Konstruktion und Erprobung von entsprechenden Geräten. Sie dürfen mit Eigenbaugeräten arbeiten, im Gegensatz zu CB-Funkern, die nur typengerechte Geräte mit BAPT-Zulassung verwenden dürfen.
Wesentliche Voraussetzungen für den Amateurfunk ist, daß dieser nur aus persönlicher Neigung und ohne Verfolgung wirtschaftlicher oder politischer Interessen ausgeübt wird. Eine kommerzielle Nutzung ist deshalb, im Gegensatz zum CB-Funk, in jedem Fall ausgeschlossen.
Wissenschaftliche Experimente
Große Verdienste haben sich Funkamateure auch bei der Erforschung der Ausbreitungsbedingungen elektromagnetischer Wellen erworben. Viele Neuentwicklungen wären ohne ihre Pionierleistungen nicht möglich gewesen.
Nutzung moderner Technik
Nach dem Morsen und Funksprechen haben auch andere Betriebsarten Einzug in den Amateurfunk gehalten. Funkfernschreiben, die Übertragung stehender und beweglicher Bilder und Funkverbindungen über Amateurfunksatelliten sind im Amateurfunkdienst seit einigen Jahren selbstverständliche Betriebsarten. Viele Betriebsarten werden inzwischen auch vom Personalcomputern gesteuert bzw. unterstützt.
Funkbetrieb über Satellit
Auch des modernsten Mittels der weltweiten Nachrichtenübermittlung haben sich die Funkamateure angenommen. Der Bau von Amateurfunk-Satelliten, genannt OSCAR ( Orbital Satellite Carrying Amateur Radio), erfolgt in Gemeinschaftsarbeit zwischen Funkamateuren aus verschiedenen Ländern, um ein Objekt in der Größe eines Nachrichtensatelliten in das Weltall zu befördern. Die Funkamateure dürfen übrigens für sich in Anspruch nehmen, den ersten aktiven Satelliten in Betrieb genommen zu haben. Er wurde im März 1965, einen Monat vor dem ersten kommerziellen Fernmeldesatelliten, in eine Umlaufbahn gebracht.
Wie wird man Funkamateur?
Zu Beginn der Amateurfunktätigkeit steht das Hören auf den Kurz- und Ultrakurzwellen ganz im Vordergrund. Bevor Sie auf die Taste drücken oder ins Mikrofon sprechen dürfen, müssen Sie eine Prüfung beim Bundesamt für Post und Telekommunikation (BAPT) ablegen. Nach Bestehen der Prüfung wird Ihnen ein Rufzeichen zugeteilt und die Amateurfunklizenz ausgehändigt.
Jedes Mitglied im DARC e. V. kann mit einer eigenen QSL-Karte an der QSL-Kartenvermittlung teilnehmen. Mit den Bestätigungskarten der Funkamateure aus aller Welt können dann viele Diplome erworben werden.
Diese interessante und faszinierende Freizeitgestaltung steht jedem offen. Der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. weist den Weg dorthin, den Weg zum Amateurfunk, die Brücke zu einer Welt ohne trennende Grenzen. Der DARC e. V. unterhält rund 1.150 Ortsverbände in 25 Distrikten. Hier werden regelmäßig Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung angeboten.
Amateurfunk - Unser Nachbar ist die Welt
Seit Beginn des drahtlosen Nachrichtenverkehrs fasziniert die Funktechnik auch interessierte Laien. Die Möglichkeit, elektromagnetische Wellen zur Nachrichtenübermittlung zu nutzen, Signale zu empfangen und auszusenden, führte schon sehr bald dazu, daß sich "Radioamateure" aus Liebhaberei, Neugier und Forschergeist damit beschäftigen.
1923 überbrückten Radioamateure erstmals den Atlantik. Daraufhin setzte ein regelrechter Boom ein: Die Anzahl der Stationen wuchs rapide, lokale Gruppen schlossen sich zu Verbänden zusammen, 1925 gründeten Vertreter aus neun Ländern die Internationale Amateur Radio Union ( IARU). Im selben Jahr veranstalteten die deutschen Funkamateure ihren ersten Deutschen Sendetag.
Insgesamt jedoch vollzog sich in Deutschland die Entwicklung des Amateurfunks sehr zögernd; zum einem, da Sende- und Empfangseinrichtungen nur mit Genehmigung der Reichstelegraphenverwaltung errichtet werden durften, zum anderen, weil die wirtschaftliche und politische Lage die Bedingungen einschränkte.
Eine Veränderung brachte die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Am 14. März 1949 trat eine neues Amateurfunkgesetz, auf demokratischer Basis aufgebaut, in Kraft. Durch die stürmische Entwicklung der Nachrichtentechnik entwickelte sich der Amateurfunk zunehmend vom Spezialisten zu einer breite Schichten der Bevölkerung erfassenden Freizeitbeschäftigung. Dabei ist die Faszination, große Entfernungen zu überbrücken, heute genauso aktuell wie früher.
Funkamateure knüpfen ihre Kontakte über Grenzen, Meere, Rassen- oder Standes-, Geschlechts- oder Altersunterschiede hinweg. Die Telegraphie ermöglicht darüber hinaus auch das Überwinden der sprachlichen Grenzen, da international verständliche Kürzel verwendet werden. Funkamateure verbindet weltweit das Interesse an der Technik und der Reiz, per Funk drahtlos andere Menschen überall in der Welt kennenzulernen, sei es z. B. einen Farmer in einem entlegenen Gebiet der Erde, einen Polarforscher am Südpol oder einen Arbeiter auf einer Ölplattform. Sogar an Bord des amerikanischen Spaceshuttles sowie der sowjetischen Raumstation Mir befinden sich zeitweilig Funkamateure, zu denen dann Funkkontakt möglich ist.
Ermöglicht wird dies unter anderem durch eine internationale Regelung. Amateurfunk ist ein Funkdienst, der anerkannt neben anderen Funkdiensten steht, wie z. B. dem Seefunk oder dem Flugfunk. Den Funkamateuren sind z. T. exklusive Frequenzbereiche zugewiesen, die nur von ihnen benutzt werden dürfen.
Die klassischen Betriebsarten der Funkamateure sind Telegraphie, also Morsen, und Telephonie, also Funkfernsprechen. Darüber hinaus nehmen die Betriebsarten Funkfernschreiben, Fax, Fernsehen, Datenfunk und die Verbindung über eigene Satelliten an Bedeutung zu.
Neben der Herstellung zahlreicher interessanter Funkverbindungen ist das Ziel vieler Funkamateure der Erwerb besonderer Kenntnisse und Fähigkeiten bei der Entwicklung, Konstruktion und Erprobung neuer Geräte und Zubehör. Sie dürfen ausdrücklich ihre Funkgeräte selber bauen, industriell gefertigte Geräte ändern, ja sogar ihre eigenen Datenfunknetze mit Knotenrechnern und Mailboxen aufbauen und in Betrieb nehmen. Diese moderne Betriebsart, Paket-Radio genannt, hat in Deutschland bereits über 10.000 Anhänger unter den Funkamateuren, und ihre Zahl wächst ständig.
Ein wesentlicher Reiz des Amateurfunks liegt in den sich ständig ändernden Ausbreitungsbedingungen für Funkwellen. Auf der Kurzwelle, wo dem Amateurfunk insgesamt neun Bänder zugewiesen worden sind, eilen die Funkwellen in großen Sprüngen, an der Ionosphäre und dem Erdboden reflektiert, um die Erde. Senkrecht einfallende Funksignale werden weniger reflektiert als schräg einfallende, Funksignale niederer Frequenz mehr als höherer Frequenz.
Das Reflektionsvermögen einzelner Ionosphärenschichten wechselt in Abhängigkeit von der Tages- und Jahreszeit, weil sich die Stellung der Erde zur Sonne und damit die Sonneneinstrahlung ändert. Am Tage ist das Reflexionsvermögen der Ionosphäre größer und in der Nacht geringer.
Die Ausbreitungseigenschaften der Funkwellen werden außerdem sehr stark durch die Sonnenfleckentätigkeit beeinflußt. Da die Sonnenfleckentätigkeit in einem Zyklus von 11 Jahren stärker oder schwächer wird, kann ihr Einfluß nur für einen verhältnismäßig begrenzten Zeitraum berücksichtigt werden.
Genaue Kenntnisse der Ausbreitungsbedingungen sind daher Grundlage für den Funkverkehr über große Distanzen. Dennoch gelingt es Funkamateuren täglich, interkontinentale Funkverbindungen herzustellen. Und das zum Teil mit Energien, die oft nicht größer sind als jene, die zum Betrieb einer Taschenlampenbirne benötigt werden.
Im Bereich oberhalb von 30 MHz stehen dem Amateurfunkdienst insgesamt 14 Frequenzbereiche zur Verfügung. Insbesondere hier gibt es viel Spielraum für technische Experimente, Satellitenfunk, Mikrowellensender und Erde-Mond-Erde Funkverbindungen (EME), wobei der Mond als Reflektor benutzt wird. Aber auch in die Erdatmosphäre eindringende Meteore, die durch Luftreibung ionisiert werden und damit in einen elektrisch leitfähigen Zustand geraten, werden als Reflektoren genutzt. Da dieser Vorgang in großen Höhen stattfindet, ergeben sich beachtliche Sprungweiten der Signale.
Der Amateurfunk auf dem 2-m- bzw. 70-cm- Band erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei den Funkamateuren. Viele, die keine Ambitionen zu weltweitem Funkverkehr auf Kurzwelle haben bzw. die Morsetelegraphie scheuen, tummeln sich hier auf den oberen Amateurfunkbändern. Seitens der Industrie gibt es eine Menge kleiner tragbarer Sprechfunkgeräte, die, je nach Standort, eine Reichweite von einigen Kilometern bis hin zu einigen hundert Kilometern haben, wenn man sich etwa auf einen Berg damit begibt.
Eine wesentliche Verbesserung der Reichweite im UKW-Amateurfunk läßt sich ebenfalls durch die Verwendung von Relaisstationen, auch Umsetzer genannt, erreichen. Sie bestehen aus einer Sender-Empfänger-Kombination, die ein empfangenes Signal automatisch auf einer anderen Frequenz wieder abstrahlen und zumeist an exponierten Standorten errichtet wurden. Gerade Mobilstationen in Fahrzeugen oder Portabelstationen, zu Fuß oder in der Bahn, nutzen diese Möglichkeit des Sprechfunkverkehrs.
Auch an Bord von Amateurfunksatelliten gibt es solche Umsetzer, die gleich ganze Bandbereiche in einen anderen Frequenzbereich umsetzen und dank ihrer großen Ausleuchtungsbereiche weltweiten Funkverkehr ermöglichen.
Übrigens, Amateurfunk darf von jedermann gehört werden. Wer jedoch Sendebetrieb durchführen möchte, muß zuvor eine fachliche Prüfung für Funkamateure beim Bundesamt für Post und Telekomunikation (BAPT) abgelegt haben. Nach Bestehen der Prüfung wird ein Rufzeichen erteilt und die Amateurfunklizenz ausgehändigt.
Lehrgänge zur Vorbereitung auf die Amateurfunkprüfung bietet der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) e. V., Lindenallee 6, 34225 Baunatal, an. Er unterhält 1.100 Ortsverbände. Über 80 Prozent aller in Deutschland lizenzierten Funkamateure gehören ihm als Mitglieder an. Für sie erscheint monatlich, in einer Auflage von 60.000 Exemplaren, die Mitgliederzeitschrift CQ DL. Sie ist die größte deutschsprachige Amateurfunkzeitschrift und bietet neben Gerätetests, Antennnenbeschreibungen, Selbstbauanleitungen und Hintergrundberichten auch Informationen über Ausbreitungsbedingungen, Satellitenbahndaten, Wettbewerbe, Veranstaltungen, Diplome und Computer im Amateurfunk.
Der Amateurfunkdienst umschreibt heute eine soziale Gruppe von rund 75 000 engagierten Deutschen, die sich mit der Funktechnik befassen, in zunehmendem Maße neben technischen und wissenschaftlichen auch sozialen, bildungspolitischen, entwicklungspolitischen der Völkerverständigung dienenden sowie humanitären Aufgaben und Zielen widmen. Der Deutsche Amateur-Radio-Club e. V. (DARC) repräsentiert mit rund 60 000 Mitgliedern 80 % der Funkamateure Deutschlands. Er ist der drittgrößte Amateurfunkverband der Welt.
Funkamateur kann nur werden, wer eine längere Ausbildung absolviert und sein qualifiziertes Wissen in einer staatlichen Prüfung nachweist. Äußeres Zeichen der Qualifikation ist eine persönliche Funkgenehmigung und ein nur einmal auf der Welt vorhandenes Funkrufzeichen. Der Amateurfunkdienst unterscheidet sich durch die personenbezogene Lizenzierung und seinem Betätigungsfeld wesentlich von anderen Funkdiensten. Funkamateure betreiben Sprechfunk, Funkfernschreiben, Datenfunk (Packet Radio), Satellitenfunk, Funk über Reflektionen am Mond, Kometen und am Nordlicht, Relaisstellenfunk, Faximile, Fernsehen und praktisch noch als einziger Funkdienst die Morsetelegrafie. Der Amateurfunkdienst ist mit dem CB-Funk nicht vergleichbar, bei dem nur typengeprüfte Geräte zugelassen sind, die nicht verändert werden dürfen, während Funkamateure als Inhaber einer persönlichen Lizenz ihre Geräte selbst entwickeln und konstruieren dürfen.
Der Amateurfunkdienst leistet wichtige technische/wissenschaftliche Beiträge
Die technisch/wissenschaftlichen Beiträge des Amateurfunkdienstes sind beachtlich. Hervorgehoben seien z.B. innovative Projekte, wie die Umsetzung des Prinzips der elektromagnetischen Stabilisierung von Satelliten oder das Verfahren, mit Hilfe vom Mond reflektierter Signale die Ionisations- und Luftverschmutzungsgrade der Erdatmosphäre an verschiedenen Punkten zu messen. Hier arbeiten hochqualifizierte Spezialisten aus vielen Fachrichtungen in internationaler Kooperation an anspruchsvollen Entwicklungen, die letztendlich der Allgemeinheit zugute kommen und für diese kostenfrei erstellt werden. Als Mitglied nationaler und internationaler Normungsgremien dient der DARC e. V. dem Fortschritt von Funk- und Nachrichtentechnik.
Einmalige Gemeinschaftsleistung der Funkamateure: Digitale Datenfunknetze
Als eine einmalige Gemeinschaftsleistung technisch hoch engagierter Funkamateure setzen die drahtlosen Datennetze Maßstäbe für Innovationen auf privater, nichtkommerzieller Grundlage. Funkamateure entwickeln hierfür Verfahren, die Vorbild für kommerzielle Anwender waren und noch weiterhin sind. Dieses ausschließlich auf privater Grundlage eingerichtete, teils durch die Betreiber und teils durch Spenden der Funkamateure selbst finanzierte System entwickelt sich aus sich selbst heraus weiter hinsichtlich ständig höherer Übertragungskapazitäten und der Organisation und Verwaltung der Datenbestände in den Mailboxen. Die Kommunikation der Funkamateure untereinander ist zusätzlich zum technisch-innovativen Prozeß eine weitere Herausforderung zur Entwicklung gruppenspezifischer sozialer Verhaltensnormen.
Der Amateurfunkdienst wirkt der Technikfeindlichkeit entgegen
Funkamateure tragen dazu bei, durch Aufklärung und Wecken von Interesse Vorbehalte gegen Funktechnik abzubauen. Als Mitglied der Forschungsgemeinschaft Funk e. V. leistet der DARC einen Beitrag zur Erforschung und Aufklärung möglicher Gefahren und Risiken von elektrischen und magnetischen Feldern. Der Amateurfunkdienst ist ein wirksames Instrument, Jugendliche in einem Alter anzusprechen, in dem deren Interessenfestlegung noch positiv beeinflußbar ist. So wird in den Schulen durch die Beschäftigung mit dem Amateurfunkdienst technischer und wissenschaftlicher Nachwuchs geworben und gefördert. Der Amateurfunkdienst trägt so kostenlos dazu bei, Perspektivlosigkeit in der Jugend abzubauen und die Bildungs- und Schulpolitik zu unterstützen, getreu seiner Definition um internationalen Vertragswerk der "Vollzugsordnung für den Funkdienst" (VO Funk) der International Telecommunication Union (ITU):"Ein Funkdienst für die eigene Ausbildung, den (Übungs-)Funkverkehr untereinander und für technische Studien."
Funkamateure kennen keine Ausländerfeindlichkeit
Der Amateurfunkdienst ist aufgrund seiner Eigenart über alle politischen Strömungen hinweg völkerintegrierend tätig. Diese Verbindungen tragen dazu bei, das Verständnis der Nationen untereinander zu festigen. Er fördert den Demokratisierungsprozeß in den GUS-Staaten, so etwa durch die Mithilfe beim Aufbau der demokratischen Amateurfunkorganisationen. Als unentbehrlich hat sich der Amateurfunkdienst bei der Unterstützung von humanitären Hilfsmaßnahmen sowie auch in der Entwicklungshilfe erwiesen (er kann auf das Vertrauen in die örtlichen Funkamateure bauen), worauf seitens des UN-Department für humanitäre Angelegenheiten anläßlich der ITU-Konferenz für Entwicklungshilfe in Buenos Aires und der UN-Tagung der Vereinigten Nationen in Kyoto im September 1994 ausdrücklich hingewiesen wurde.
Funkamateure sind sozial engagierte Bürger
Um Behinderte, Blinde und sozial Gefährdete aus ihren Reihen kümmern sich die Funkamateure im besonderen Maße. Dies geschieht über nationale Grenzen hinweg. So wirkt der Amateurfunkdienst als Therapie und nicht selten als einzig noch sinnvoller Lebenszweck zugleich. Er wirkt der Vereinsamung alter Menschen, von Arbeitslosen, Langzeitkranken und bei vielen Jugendlichen entgegen und integriert sie in seiner Weise in die Gesellschaft. Er wirkt der Gefahr der Vereinsamung mit allen ihren Folgen entgegen und bewirkt so, daß diese Menschen der Allgemeinheit nicht vorzeitig zur Last fallen. Er leistet damit einen Beitrag zur Minderung der sozialen Kosten.
Der Amateurfunkdienst muß gefördert und unterstützt werden
In der Förderung und Unterstützung des Amateurkunkdienstes ist eine jener nationalen Aufgaben zu sehen, mit denen privates Engagement zugleich der Ausschöpfung latent vorhandener ökonomischer, gesellschaftspolitischer und sozialer nationaler Ressourcen zugeführt werden kann. Daher müssen auch die Essentials des Amateurfunkdienstes, nämlich die persönliche Genehmigung, eine nach Qualifikationen differenzierendes Lizenzklassensystem sowie die persönliche Verantwortung für die Technik und den Betrieb der Amateurfunkstelle erhalten bleiben und dies unter sachgerechten staatlichen Rahmenbedingungen, in denen die am Gemeinwohl ausgerichtete freie Entfaltungsmöglichkeit der Funkamateure für eine innovative Technik auch künftig gewährleistet wird. Das Gesetz über den Amateurfunk stellt in geradezu idealer Weise hierzu die erforderliche Rechtsgrundlage dar.
Der Runde Tisch Amateurfunk ist Ansprechpartner für Politik und Verwaltung
Die Funkamateure sind in hohem Maße organisiert. Rund 60 000 Funkamateure, also 80% der Funkamateure, sind Mitglieder im Deutschen Amateur-Radio-Club e.V.. Auf Initiative des Bundestagsausschusses für Post und Telekommunikation ist der Runde Tisch Amateurfunk gegründet worden. Der RTA wird künftig mit anderen demokratisch organisierten Amateurfunkvereinigungen einen kompetenten Ansprechpartner für Politik und Verwaltung bilden und die deutschen Funkamateure mehrheitlich vertreten. Die Entscheidungen im Runden Tisch Amateurfunk werden demokratisch-mehrheitlich herbeigeführt und durch Minderheitsvoten ergänzt, in denen alternative Meinungen um Ausdruck kommen sollen. Die im Runden Tisch Amateurfunk vertretenen Amateurfunkvereinigungen bleiben selbständig und sind in ihren Meinungsäußerungen durch die Mitgliedschaft im Runden Tisch Amateurfunk nicht eingeschränkt.
Die Funkamateure in Deutschland leisten eingebunden in der Gemeinschaft aller Funkamateure auf dieser Welt einen volkswirtschaftlichen und sozialen Beitrag zum Nutzen unserer Gesellschaft. Sie sind auch im gleichen Maße bereit, die daraus erwachsenden Verpflichtungen zu übernehmen. Die Funkamateure sind der Ansicht, daß die rechtlichen Grundlagen für den Amateurfunkdienst, wie sie im Gesetz über den Amateurfunk und der Vollzugsordnung für den Funkdienst festgeschrieben sind, keiner Änderung bedürfen. Sie sollen auch künftig so erhalten bleiben, wie sie sich über Jahrzehnte hinweg bewährt haben.
Eine Handreichung für interessierte Lehrer
An zahlreichen Schulen in der Bundesrepublik werden die vielfältigen Möglichkeiten, die der Amateurfunk zur Bereicherung des Schullebens bietet, von Lehrern und Schülern bereits genutzt.
Viele Betriebsarten - vielfältige Möglichkeiten
Die Vielfalt der Betriebsarten und die Verfügbarkeit von Amateurfunkfrequenzen, die sich vom Kurzwellenbereich (160m bis 10m) bis in den Bereich der Dezimeter- und Zentimeterwellen erstrecken, bieten vielfältige Möglichkeiten der Nutzung des Amateurfunks:
Im Fachunterricht setzen Lehrer, die selbst eine Amateurfunklizenz besitzen, nach den Lehrplänen für die verschiedenen Schulformen und Rahmenrichtlinien der jeweiligen Bundesländer den Amateurfunk in geeigneter Form zur Verlebendigung des Unterrichts ein. Dabei reicht die Palette der Themen von physikalisch-mathematischen Kursen über Informatik-Kurse bis zu Anwendungen aus der Geographie und Astronomie. Und da der Amateurfunk eine Kommunikationsmedium ist, sind auch für die sprachlichen Fächer Anwendungsmöglichkeiten gegeben.
Bei Projektwochen erarbeiten lizenzierte Schüler zusammen mit ihren Fachlehrern Themen aus Bereichen der Telekommunikation und Nachrichtenelektronik, wobei die Vielfalt der Betriebsarten eine große Spannweite von Themen ergibt wie z.B.
In Arbeitsgemeinschaften schließlich bereiten sich Schüler auf die Amateurfunkprüfung vor, um in einer der drei Klassen (A, B oder C) die Amateurfunklizenz zu erwerben und somit ein eigenes Rufzeichen und die Genehmigung zur Ausübung des Amateurfunks zu erhalten.
Die Schulstation mit eigenem Rufzeichen
Viele Schulen verfügen über eine eigene "Schulstation", die als sogenannte Clubstation mit eigenem Rufzeichen zugelassen ist und unter der Verantwortung eines Lizenzinhabers betrieben wird.
Sie kann zum Dreh- und Angelpunkt all der oben beschriebenen Möglichkeiten werden. Darüber hinaus läßt sie sich - bei entsprechendem Engagement das Betreibers der Schulstation - auch für die die sinnvolle Gestaltung der Freizeit von Schülern einsetzen.
Einsteigerlizenz und Ausbilderfunkverkehr
Der DARC e. V. ist seit längerer Zeit in Verhandlungen mit der Lizenzbehörde (dem Bundesministerium für Post und Telekommunikation BMPT) darum bemüht, durch die Schaffung einer neuen Einsteigerlizenz und die Zulassung von Ausbildungsfunkverkehr, d. h. Funkverkehr von noch nicht lizenzierten Schülern unter Aufsicht eines Funkamateurs als Ausbilder, die Nutzungsmöglichkeiten von Clubstationen und damit auch von Schulstationen erheblich zu erweitern.
Hilfestellung für interessierte Lehrer
Der bereits lizenzierte Lehrer kennt als aktiver Funkamateur seine Funkfreunde aus dem Äther, die ihm Auskünfte und Hilfestellungen nicht nur in amateurfunktechnischen Fragen geben können. Er ist vielleicht Mitglied des DARC e. V. und kann auf Hilfe in seinem Ortsverband oder Distrikt rechnen.
Aber auch der interessierte, aber noch nicht lizenzierte Lehrer kann auf die Hilfe der Ortsverbände des DARC e. V. in seiner Gemeinde zurückgreifen. Auskünfte darüber, welcher Ortsverband der Schule am nächsten gelegen ist, gibt die Geschäftsstelle des DARC e. V.
Das Referat für Ausbildung, Jugendarbeit und Weiterbildung des DARC e. V. hat einen ehrenamtlichen Mitarbeiter für das Sachgebiet "Amateurfunk in der Schule", der selbst Lehrer an einem Gymnasium ist. Er gibt zu speziellen Fragen Auskunft.
Hinweise für interessierte Lehrer, Schulbehörde und Schulträger
Vor der Einrichtung einer "AG Amateurfunk" sollten Sie überlegen, welche Gremien Sie einschalten müssen, um die genehmigungsrechtlichen und technischen Voraussetzungen für die Durchführung der AG zu erfüllen. In einigen Bundesländern genügt z.B. nicht nur eine Genehmigung der Schulleitung, sondern im Rahmen von Mitwirkungsgesetzen muß die Schulkonferenz beteiligt werden. Hierzu ist es notwendig, daß Sie diesen Gremien die Ziele der Arbeitsgemeinschaft vorstellen.
Anregungen für die Formulierung von Zielvorstellungen finden Sie in der vom DARC-Verlag herausgegebenen Mappe "Telekommunikation und Nachrichtenelektronik in der Praxis, Amateurfunk in Schule und Weiterbildung".
Auflagen und Genehmigungen
Hinsichtlich der technischen Voraussetzungen ist es sehr wichtig, daß Sie vor der Ausstattung der Arbeitsgemeinschaft mit Geräten mit dem Schulträger bzw. dessen Bauabteilung genau abklären, ob er bereit ist, der Montage von Antennen am Schulgebäude zuzustimmen und/oder sich daran finanziell zu beteiligen. Es kann durchaus sein, daß der Schulträger aus rechtlichen Gründen darauf besteht, daß Antennen von einer Fachfirma montiert werden müssen, z.B. aus Gründen der allgemeinen Sicherheit, Beachtung von VDE- und Blitzschutzbestimmungen. Einige Schulträger stehen bereits der Verlegung von 220 V-Netzleitungen sehr skeptisch gegenüber.
Wichtig ist auch, daß die Geräte Ihrer Arbeitsgemeinschaft in einem einbruchssicheren Raum untergebracht werden. Nicht nur aus HF-Gründen bieten sich deshalb Räume an, die möglichst im Obergeschoß einer Schule liegen. An sehr vielen Schulen sind die Geräte der Schulstationen in den Informatikräumen untergebracht, die ohnehin gegen Einbruch besser abgesichert sind als die übrigen Raume. Eine vorausgegangene Klärung dieser Fragen erspart möglichen Ärger und Verdruß.
Spenden und Sponsoren
Hinsichtlich der Gerätebeschaffung tritt immer wieder die Frage auf, wie man an Geld- oder Gerätespenden kommen kann. An vielen Schulen gibt es Fördervereine, die ihrer Schule finanzielle Unterstützung anbieten. Daher sollten Sie bei Projektwochen oder Sonderveranstaltungen Ihrer Schule auch die Vorstandsmitglieder des Fördervereins ansprechen und Ihnen die Ziele Ihrer Arbeitsgemeinschaft verdeutlichen.
Auch die Kontaktaufnahme mit dem benachbarten Ortsverbänden kann nützlich sein, denn die Mitglieder wissen häufig, wo man an preiswerte Gebrauchtgeräte kommt. Unter Umständen sind sie bereit, für Projektwochen Geräte auszuleihen.
Der DARC e. V. ist allerdings nicht in der Lage, Schulstationen mit Geräten auszustatten. Bei über 1000 bestehenden Schulstationen im Bundesgebiet sind seine Zuschußmöglichkeiten überfordert.
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